Durst wird durch Bier erst schön

ZUERST MAL: PROST!Bier

Dichter, Denker und gekrönte Häupter liebten Bier - und lieben es noch. Warum? Das wollen wir hier untersuchen.

BierfassEs macht sich gut, wenn man eine Publikation mit einem Dichterwort beginnen kann.

Ein Dichterwort? Nicht in unserem Fall. Da genügt eines nicht. Wir haben mehrere - von Shakespeare bis zu Thomas Mann. William Shakespeare erklärt: »Denn eine Kanne Bier - das ist ein Königstrank.«

Friedrich Schiller meint sehr viel persönlicher: »Mit Vergnügen trinke ich Bier.«

Heinrich Heine dichtet: »Ebenfalls, so schäumet hier, geist- und phantasieanregend, holder Bock, das beste Bier.«

Und Thomas Mann reflektiert genußvoll: »Ich trinke täglich zum Abendbrot ein Glas helles Bier und reagiere auf diese anderthalb Quart so stark, daß sie regelmäßig meine Verfassung dadurch verändern. Sie verschaffen mir Abruhe, Abspannung und Lehnstuhlbehagen.«

Deutschland - das Land der Dichter und Denker. Und auch der Biertrinker, das kann man ohne Übertreibung sagen. Neun von zehn Deutschen trinken Bier. Die einen regelmäßig, die anderen gelegentlich. Die Bayern liegen - es erstaunt nicht - an der Spitze.

Wie auch immer: Der Konsum von Bier ist in Deutschland weit bedeutender als der von Milch oder Saft. Und das ist gar nicht so übel. Denn inzwischen hat man medizinisch nachgewiesen, daß Bier sehr nahrhaft und obendrein gesund ist. In dieser Publikation wird davon noch mehrfach die Rede sein.

Das meiste Bier brauen die Deutschen

Fest steht auch, daß die Deutschen nicht nur ein Volk von Biertrinkern sind, sondern auch eins von Bierbrauern. Die Zahl der Brauereien, bezogen auf die Quadratkilometer des Landes oder die Menge der Bevölkerung - das wird nirgendwo sonst übertroffen.

Wenn vorhin die Rede davon war, daß die Bayern - auf die Einwohnerzahl umgerechnet - das meiste Bier trinken, so darf man dennoch nicht annehmen, daß in Bayern auch das meiste deutsche Bier gebraut wird. Das kommt - mit fast 30 Prozent - aus Nordrhein-Westfalen.

Allerdings ist Bayern viel kleiner als Nordrhein-Westfalen. Und wenn man den Bierausstoß auf die Einwohnerzahl umrechnet, sind die Bayern doch wieder vornedran.

Deutschlands größte Bierstadt? Das ist nicht München, sondern Dortmund. Auch der prominenteste Bierbrauer der Welt war ein Deutscher. Kein Bayer, übrigens, sondern ein Preuße. Sogar der typische Preuße schlechthin: Friedrich der Große.

Das klingt erstaunlich, ist es aber gar nicht, wenn man weiß, daß jeder aus der Familie der Hohenzollern einen bürgerlichen Beruf lernen mußte. Der Alte Fritz - damals noch ein junger Fritz - suchte sich die Bierbrauerei nicht selbst aus. Das besorgte sein Vater, Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig. Er liebte das Bier, er liebte auch den Tabak, und er gründete jenes berühmte Tabakskollegium, in dem er mit seinen Vertrauten, mit Ministern und Offizieren regelmäßig beisammensaß.

Schon damals pflegten die Herren »Prost!« zu sagen, wenn sie sich zutranken. Oder sie sagten, vornehmer, »Prosit!«. Das Wort ist uralt, lateinisch und bedeutet: »Es möge nützen!«

Das biedere Volk machte es dem Vorbild nach. Was dem König von Preußen wohlbekam, konnte für den gemeinen Mann nicht übel sein. So entstanden, dies nur nebenbei, die deutschen Stammtische. Die haben noch heute große Bedeutung, auch für den Bierkonsum: Jeder fünfte bundesdeutsche Mann ist regelmäßig Mitglied einer Stammtisch-Runde.

>> Zuerst mal Prost! - Teil II

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