Durst wird durch Bier erst schön

DER GESUNDE DURST

Daß Bier lockernd, erheiternd und entspannend wirkt, braucht nicht eigens erwähnt zu werden.GESUNDER DURST

Tatsache ist, daß die Beruhigung und auch die Fröhlichkeit, die von gutem Bier ausgeht, in der Geriatrie, der medizinischen Altersheilkunde, mehr und mehr genutzt wird.

Tatsache ist auch, daß das Bier in Deutschland zu den reinsten Getränken gehört, die man sich vorstellen kann. Etliche Mitarbeiter an dieser Publikation gehören zu den 52 Prozent der Bundesdeutschen, die - obwohl sie Bier gern trinken - auch große Liebhaber des Weins sind. Und denen macht es einigen Kummer, daß die Gesetze, die sich mit der Reinhaltung des deutschen Weins befassen, längst nicht so streng sind wie die entsprechenden Vorschriften fürs Bier. Anders - und sehr brutal - gesagt: Am Bier darf chemisch nicht manipuliert werden. Am Wein, Bacchus sei´s geklagt, durchaus.

Auch was die Rückstände schädlicher Chemikalien im Bier betrifft, so ist für die heutige Zeit Erstaunliches zu vermelden. Die Lebensmittelüberwachung hat da Bestimmungen getroffen, die sehr erfreulich sind und bereits für die Grundstoffe zur Bierherstellung gelten. So darf der Hopfen vier bis fünf Wochen vor der Ernte nicht mehr gespritzt werden. Ähnliches gilt für die Gerste und den Weizen. In der Zeit, die dann zur Ernte bleibt, reduziert sich im Hopfen und im Getreide der Gehalt an chemischen Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum. Auf jeden Fall sind die noch vorhandenen Spuren von Rückständen - auch wenn man viel Bier trinkt - für den menschlichen Organismus völlig unschädlich.

Für das zum Brauen verwendete Wasser gibt es ebenfalls Bestimmungen, die sehr streng sind. Das zum Bierbrauen verwendete Wasser ist in der Regel besser als unser normales Trinkwasser.

Schließlich ist das Bier ein besonders hygienisches Getränk. Es ist mit Sicherheit frei von pathogenen Keimen. Solche - möglicherweise krankmachenden Bakterien können sich im Bier nicht halten. Das hängt mit dem relativ hohen Säurewert und den Bestandteilen des Hopfens zusammen.

Hingegen sind im Bier nahrungsmittelchemische Wirkstoffe enthalten, die jedem Mediziner das Herz lachen lassen. Das klingt übertrieben, ist es aber nicht. Drei der vier Grundstoffe des Biers sind voller guter Bestandteile. (Nur das Wasser sollte möglichst gar nichts enthalten - außer Wasser.) Alle wichtigen Verbindungen, die im Gersten- und im Weizenkorn enthalten sind, gehen unverändert (oder beim Mälzen nur zu ihrem Vorteil verändert) ins Bier über. Daß im Getreide überwiegend Förderliches steckt, braucht nicht besonders erklärt zu werden. Hinzu kommt der Hopfen. Er ist eine Pflanze mit sehr gesunden, aufbauenden Eigenschaften. Und von der Hefe weiß man ebenfalls, daß sie ein bekömmliches, natürliches Produkt ist.

Was im Bier so steckt

Die größte Menge im Bier ist Wasser - zwischen 84 und 88 Prozent. Kluge Rechner werden jetzt sagen: wieso denn? Bei 11 bis 14 Prozent Stammwürze müßten es doch 86 bis 89 Prozent Wasser sein? Gewiß doch: vor der Gärung. Aber die ändert ja die Zahlen. Einerseits entsteht aus einem Teil des Zuckers, der in der Stammwürze steckt, Alkohol. Aus einem anderen Teil wird Kohlensäure (oder, um es chemisch korrekt auszudrücken, Kohlendioxid) gebildet. Andererseits verdunstet ein Teil des Wassers. Das verschiebt die Verhältnisse.

Im Vollbier stecken rund 4 Prozent Kohlehydrate und 0,3 bis 0,5 Prozent Eiweiß. Der Eiweißgehalt des Biers ist also ziemlich gering. Aber es handelt sich um hochwertige Eiweißstoffe - um Aminosäuren, wie der Körper sie braucht. Noch viel interessanter sind die Vitamine. Vor allem die Hefe sorgt dafür, daß allein sieben Vitamine aus der B-Gruppe im Bier enthalten sind. Die haben positiven Einfluß auf die Nerventätigkeit, die Bildung der roten Blutkörperchen, den Kreislauf und den Stoffwechsel.

Das Riboflavin oder Lactoflavin, das Vitamin B2, ist sehr wichtig. Es gibt keinen Auf-, Um- oder Abbau in unseren Zellen, an dem es nicht beteiligt wäre. Anderthalb bis zwei Milligramm braucht der Mensch am Tag. Ein Liter Vollbier liefert ihm bereits ein Fünftel davon.

Ebenso wichtig ist die Nikotinsäure. Die ist ebenfalls ein Vitamin und hat mit dem Nikotin der Zigaretten nur wenig zu tun. Der Mensch braucht davon - für den Stoffwechsel und die Zellatmung - 12 bis 18 Milligramm täglich. Ein Liter Bier hat die Hälfte.

Die im Bier enthaltene Kombination von Vitaminen tut auch Frauen gut. Professor Ide an der Universität von Löwen in Belgien schrieb schon 1936: »Bier...ist ein ausgezeichnetes...Getränk, und der Alkohol hat einen reellen medikamentösen Wert. Er regt die Zirkulation und Respiration neurastenischer und schwacher Frauen an...«

>> Der gesunde Durst - Teil III

Bier ist eine unentbehrliche Substanz zur Aufrechterhaltung des Phänomens eines gesunden Organismus und zur kontinuierlichen Wiederherstellung der Teile eines kranken Organismus.

Claude Bernard, 1813 bis 1878, Physiologe in Paris

Bier gilt - nicht zuletzt auf Grund der in der Bundesrepublik gültigen Gewähr der gesetzlich geforderten Reinheit - nicht nur als Genuß- und Nahrungsmittel, sondern wird auch kranken Menschen als diätetisches Getränk, vor allem in der Phase der Rekonvaleszenz, empfohlen. Es steigert das allgemeine Wohlbefinden, hat einen ansehnlichen Nährwert, ist leicht zu schlucken und zu verdauen, hebt den Appetit, regt die Herz- und Kreislauffunktion an, fördert die Darmfunktion, regt die Durchblutung (und damit auch die Funktion des Nierensystems) an und ebnet - am Abend verabreicht - den Weg zur Nachtruhe. Mit anderen Worten: Durch den relativ hohen Nährwert, die leichte Verdaulichkeit, den angenehmen Geschmack und durch die leicht anregende Wirkung erfreut sich das Bier als gute Beikost einer besonderen Wertschätzung.

Dr. med. Dr. phil. Wulf-Jürgen Uhlmann in »Bier und Gesundheit«

Je süßer, milder und dicker Bier ist, desto mehr macht es geschmeidig, füllt und ernährt. Je schärfer, um so mehr öffnet und reinigt es. Hopfen ist für diesen Zweck eine solch besondere Substanz, daß die Natur es für diesen Zweck in die Welt gestellt zu haben scheint.

Dr. Rhomas Fuller, 1654 bis 1714, Arzt in Kent (England)

>> Der gesunde Durst - Teil III



© by PhiloPhax

Mehr Publikationen: Lauftext.de